Wir sind gestern in aller Herrgottsfrühe nach Jerusalem aufgebrochen, um die Karfreitags Prozessionen zu sehen und überhaupt einen ersten Eindruck von der heiligen Stadt zu bekommen. Jerusalem ist jedenfalls echt beeindruckend. Ich hab noch nie so viele so krass unterschiedliche Menschen in einer so kleinen Stadt (also Alt-Jerusalem) so eng gedrängt beieinander gesehen. Ein pausenloses Durcheinander von Touristen, Gläubigen aller Religionen, Einheimischen, Verkäufern und Militär und Polizei. Dann stolpert man dort praktisch von einer historischen, religiösen Sensationsstätte in die nächste. Ich werde wohl noch ein paar mal hinfahren, um wenigstens die wichtigsten Punkte gesehen zu haben.
Wir haben uns sagenlassen, dass die Zugfahrt landschaftlich am interessantesten sein soll, also sind wir Zug gefahren. Die Strecke ist wirklich schön. Die Bahn windet sich durch erstaunlich grüne Täler den Berg nach Jerusalem hoch.
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Kommt man dann in die Altstadt, stehen erst einmal überall schwer bewaffnete Polizisten und Soldaten und auch sonst wird alles überwacht.
Wobei dies nicht unbedingt immer hässlich sein muss
Dann gibt es an jeder Ecke religiöse Devotionalien passend für alle Religionen zu kaufen.
Und mehr oder weniger geschmackvolle Touristen T-shirts.![]()

Schließlich kommt man durch sehr kleine und verwinkelte Gässchen und verschiedene Basare zur Via Dolorosa auf dem unzählige Menschen den Leidensweg Christi
(Altarhintergrund in einer der vielen Kirchen)
Es gibt Prozessionen von Christen aus allen Ländern der Erde (so scheint es zumindest)
Auf der anderen Seite der Stadt im arabischen Viertel strömen nur kurze Zeit später tausende Muslime zum Freitagsgebet in die Al Aqsa Moschee. Die sich direkt neben dem Felsendom befindet.
Zur gleichen Zeit werden orthodoxe Juden noch kurz vor dem Shabbat mit zahlreichen Bussen an die Klagemauer gebracht.
Leider hab ich hiervon kaum Bilder, weil offenes Fotografieren oft zu Diskussionen und Beschimpfungen, aber auch gut und gerne zu Handgreiflichkeiten führen kann. Die zum Teil sehr extrem religiösen Menschen in Jerusalem wirken doch sehr fremd. Einige Ultraorthodoxe Juden gehen bspw. nur mit geschlossenen Augen durch das christliche Viertel, damit sie den "christlichen Schmutz" nicht sehen, wie uns ein Israeli aufklärte, als wir uns etwas wunderten und dachten dies seien Blinde. Dass es etwas unpraktisch ist, mit geschlossenen Augen zu laufen, wenn einem andauernd Karfreitags Prozessionen entgegenkommen, scheint diese Leute aber nicht zu stören... Natürlich gibt es auch sehr merkwürdige Christen. Insbesondere werden so ca. 50 – 200 Menschen pro Jahr, hauptsächlich Amerikaner, vom sogenannten Jerusalem-Syndrom befallen. Sie glauben nach dem Besuch der heiligen Stätten, sie wären Jesus oder die Apokalypse stände bevor. Also ich halte mich bislang noch nicht für Jesus, aber wer weiß vielleicht kommt das ja noch...
Hier noch das Grab des Zacharias und der große Friedhof am Hang des Ölbergs östlich von Jerusalem.![]()
Und ein Blick auf die israelische Mauer (im Hintergrund), kennt man ja irgendwie…
Schließlich noch ein Bild vom sogenannten neuen Jerusalem.

sehr tolles Foto ;) isa
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