Dienstag, 5. Mai 2009

Sicherheit und Seifenblase

Ich werde immer wieder gefragt, wie denn die Sicherheitslage und die gefühlte Sicherheit hier in Tel Aviv ist.
Also die Sicherheitslage ist soweit ich das beurteilen kann recht stabil. Insgesamt hat der umstrittene Bau der Sperranlage zwischen Israel und dem Westjordanland erheblich zur Verbesserung der innerisraelischen Sicherheit beigetragen. Die Zahl von Anschlägen ist deutlich zurückgegangen.
Im täglichen Leben begegnet einem hier ständig schwer bewaffnete Polizei, vor jedem Einkaufscenter und praktisch jeder Bar werden die Taschen kontrolliert, am Bahnhof werden Taschen durchleuchtet und man muss durch Metalldetektoren gehen… Ob dies tatsächlich der Sicherheit zuträglich ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich glaube, das grundsätzlich die Sicherheit nicht allein dadurch steigt, dass mehr Waffen rumgetragen werden. Einen gewissen Abschreckungseffekt hat es bestimmt. Ich glaube die Israelis tun alles überhaupt mögliche, ganz verhindern kann man es sowieso nicht.
Übrigens ist es aufgrund von Sicherheitsbestimmungen verboten, Bahnhöfe, Botschaften, Flughäfen, Stützpfeiler von Hochhäusern,… zu fotografieren. Wenn man es doch versucht, kommt sehr schnell ein aufgeregt gestikulierender und schimpfender Sicherheitsmensch angerannt.

Gefühlt ist es hier sehr sicher, wenn man mal den “sportlichen” Straßenverkehr außer acht lässt. Zum Teil sogar sicherer als in Berlin, weil es hier praktisch keine allgemeine Gewaltkriminalität auf der Straße gibt.
Die Leute hier sagen allerdings selbst, dass sie sich nicht drum kümmern und wie in einer Seifenblase leben. Anders geht es wahrscheinlich auch gar nicht. Denn sonst könnte man hier weder Busfahren, noch einkaufen, noch baden, noch feiern,… noch leben!

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1 Kommentar:

  1. Aus Sicht meines Kurztripps kann ich dazu nur sagen, dass für mich die gefühlte Sicherheit sehr hoch war, da ich mich zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Weise bedroht gefühlt habe. Die ganzen Kontrollen und das Militär habe ich als sehr dezent empfunden (vielleicht wegen anderer Erwartungen?). Und den Einheimischen merkt man davon auch nichts an, soweit ich das beurteilen kann und wie oben beschrieben. Vielleicht aber auch doch, wenn man genauer hinschaut und den sehr intensiven Lebensstil dahin deuten möchte.

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