Nachtrag zu unserem bereits am Unabhängigkeitstag erlebtem Ausflug in den Norden Israels.
Über ein paar Ecken wurde uns die Möglichkeit eröffnet eine günstige Bustour in den Norden mitzumachen. Nach Akko, einer uralten Hafenstadt (erste Siedlungen soll es dort vor ca. 5000 Jahren gegeben haben) und nach Rosh haNikra ein kleiner Ort an der Libanesischen Grenze mit schönen Grotten, Stränden, etc.
Wir fanden uns dann in einem Reisebus voller älterer englischstämmiger Israelis wieder – eine lustige, laute, diskussionsfreudige Gruppe. Soweit so gut. Wir kamen aber nicht so richtig schell vorwärts. Es zeigte sich schnell, dass eine auf 15 Minuten angesetzte Kaffeepause nicht unter einer Stunde zu schaffen war…
In Akko wurde dann erst mal eine Synagoge besichtigt, die über und über mit Mosaiken geschmückt war. Wirklich sehenswert, allerdings verwundert doch etwas der “alltägliche” Umgang mit den Kunstwerken. immerhin werden Energiesparlampen verwendet.
Weiter ging es dann zu der großen Citadelle, unter der sich alte Gewölbe der Kreuzfahrer, dutzende Geheimgänge, etc. befinden. In der britischen Herrschaftszeit Anfang des letzten Jahrhunderts wurde die Citadelle allerdings hauptsächlich als Gefängnis genutzt. Inhaftiert waren dort unter anderem jüdische Untergrundkämpfer, die mit Ihrem Kampf einen wichtigen Teil zur heutigen Unabhängigkeit Israels beitrugen. Nach einem nur teilweise geglücktem Ausbruchsversuch wurden einige dort hingerichtet. Hierüber gab es einen Dokumentarfilm, produziert vom Verteidigungsministerium, und danach wurde der Galgen besichtigt, wo dann die israelische Nationalhymne gesungen wurde. Für die Kreuzfahrerhallen und die sehenswerte Altstadt war dann leider keine Zeit mehr. Schade!
Hier noch ein Blick über die Altstadt hin zum modernen Teil.
Weiter ging es in den Norden, Mittagspause in einem hübschen Strandort, mit Militärausstellung, an die Libanesiche Grenze nach Rosh haNikra, was dann nach der Akkoenttäuschung tatsächlich sehenswert war. Man fährt mit einer Seilbahn
zu in weißen Felsen befindlichen Grotten hinunter. Auf dem Rückweg wurde dann im Bus noch für “unsere” Soldaten gesammelt.
Fazit:
1. Nie wieder Bustouren, zumindest nicht ohne sich genau über den Veranstalter und den Reiseplan zu informieren.
2. Wir Deutschen haben ein anderes Verständnis von Patriotismus. (ob besser oder schlechter sei einmal dahingestellt)
3. Wir müssen nochmal alleine nach Akko.
Aber eine lustige Erfahrung und irgendwie typisch war es allemal, oder um es mit den Worten eines auch nicht restlos begeisterten Mitreisenden zu sagen: “Very interesting, very nice people!”

tsja, es ist nicht alles schön was praktisch ist... Wobei der verherrlichende Umgang mit dem Kriegsgerät durch die Kinder doch deutlich erschreckender ist.
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